Fraunhofer ISI

UN-Klimakonferenz in Katowice: Statements zum 1,5 Grad-Ziel aus dem Fraunhofer ISI

4.12.2018

Vom 3. bis 14. Dezember findet im polnischen Katowice die UN-Klimakonferenz #COP24 statt. Im Fokus: Die Umsetzung der Pariser Klimavereinbarung, den Temperaturanstieg bis Ende des Jahrhunderts auf 1,5 Grad zu begrenzen. Welche Herausforderung birgt das 1,5-Ziel für Europa - und welche Chancen? Vier Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Competence Center »Energiepolitik und Energiemärkte« des Fraunhofer ISI geben eine Einschätzung.

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Prof. Dr. Wolfgang Eichhammer, Leiter Competence Center »Energiepolitik und Energiemärkte«

Das 1,5 Grad-Ziel fordert uns große Anstrengungen bei der Treibhausgas-Minderung bis Mitte des Jahrhunderts ab. Dementsprechend müssen auch die Zwischenziele bis 2030 noch ambitionierter gesetzt werden.

Die EU muss das derzeitige 40 Prozent-Reduktionsziel deutlich nach oben setzen müssen. Es braucht mindestens 45 Prozent oder 50 Prozent weniger Treibhausgasemissionen in 2030 im Vergleich zu 1990.

Die heutige Zielsetzung ist nicht konsistent und vernachlässigt, dass die EU ein »Energieeffizienz first«-Prinzip propagiert, also Vorrang von Energieeffizienz-Lösungen, dies aber bis heute noch nicht umgesetzt hat.

Schwerpunkt: Energieeffizienz, EU-Emissionshandel (Benchmarking), Internationale Energiemärkte

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Prof. Dr. Mario Ragwitz, Stellvertretender Institutsleiter Fraunhofer ISI

Das 1,5 Grad-Ziel birgt große Chancen für Europa und die Welt. Energieeffizienz und Erneuerbare Energien stellen heute die größten Wachstumsmärkte nach Mobilität und Gesundheit bis zum Jahr 2040 dar. 70 Prozent der globalen Investitionen in die Stromerzeugung fließen in Erneuerbare Energien, etwa 7 Billionen US-Dollar bis zum Jahr 2040 in Wind und Photovoltaik.

Auch für die EU bieten sich positive Effekte, beispielsweise ein erwarteter Anstieg im Bruttoinlandsprodukt und bei der Beschäftigung um etwa 0,5 bis 1 Prozentpunkte.

Die Energiewende ist außerdem auch ein Innovationstreiber, wie man an der Patentdynamik in bestimmten Technologien erkennt. Das eröffnet für die EU Spielräume, die aktuellen Energie- und Klimaziele und insbesondere das Ziel für die Treibhausgasvermeidung noch etwas nach oben anzupassen.

Schwerpunkt: Energie- und Klimapolitik, Erneuerbare Energien, Modellierung von Erneuerbaren Energiesystemen, Innovationsforschung

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Dr. Anne Held, Wissenschaftliche Mitarbeiterin

Das 1,5 Grad-Ziel ist ein sehr ambitioniertes Ziel, das mit Energieeinsparung allein nicht zu erreichen ist. Es braucht Erneuerbare Energien und ein stark dekarbonisiertes Energiesystem.

Das Ziel der EU, 32 Prozent Erneuerbare Energien anzustreben, ist ein richtiger Schritt. Die Herausforderung besteht darin, dass die Ziele auf EU-Ebene festgelegt sind. Damit können einzelne Länder nicht direkt verantwortlich gemacht werden.

Längerfristig ist eine Erhöhung nach 2030 des Anteils Erneuerbarer Energien notwendig.

Schwerpunkt: Strategien zur Förderung erneuerbarer Energien, Modellierung von Energiesystemen, Dekarbonisierung, EU

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Dr. Jakob Wachsmuth, Wissenschaftlicher Mitarbeiter

Das 1,5 Grad-Ziel ist zu erreichen. Allerdings bedarf es dazu enormer Anstrengungen in allen Lebensbereichen, angefangen von der Stromerzeugung über unser Mobilitätsverhalten bis zur Landwirtschaft.

Die Menschheit sollte ihr Verhalten ändern und Emissionen wenn möglich vermeiden.

Negative Emissionen sind keine generelle Lösung des Problems. Verfahren, mit deren Hilfe sich CO2 der Atmosphäre entziehen lässt, haben häufig andere negative Effekte, wie beispielsweise einen hohen Flächen- oder Wasserverbrauch.

Schwerpunkt: Negative Emissionen, Bewertung klimapolitischer Ziele und Instrumente, Transformationspfade

Das Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung ISI analysiert Entstehung und Auswirkungen von Innovationen. Wir erforschen die kurz- und langfristigen Entwicklungen von Innovationsprozessen und die gesellschaftlichen Auswirkungen neuer Technologien und Dienstleistungen. Auf dieser Grundlage stellen wir unseren Auftraggebern aus Wirtschaft, Politik und Wissenschaft Handlungsempfehlungen und Perspektiven für wichtige Entscheidungen zur Verfügung. Unsere Expertise liegt in der fundierten wissenschaftlichen Kompetenz sowie einem interdisziplinären und systemischen Forschungsansatz.