Fraunhofer IFF

Wasserstoffmobilität für Sachsen-Anhalt

24.10.2016

Das Fraunhofer IFF in Magdeburg und ABO Wind arbeiten mit regionalen Wirtschaftspartnern an Konzepten für wasserstoffbetriebene Fahrzeugflotten für den gewerblichen Einsatz. Beim Unternehmerfrühstück in Barleben am 28.10.2016 soll um Unternehmen geworben werden, die an der Erprobung von Fahrzeugen mit Brennstoffzellen für ihre Betriebe teilnehmen wollen.

Die Zukunft des Fahrzeugantriebs wird vielfältig sein. Spätestens seit der Initiative des Bundesrates, ab 2030 keine Kraftfahrzeuge mit Verbrennungsmotor mehr zuzulassen, dürfte klar sein: Wir werden unsere Autos künftig nicht mehr nur mit Diesel und Benzin antreiben. Eine Alternative werden mit Wasserstoff betriebene Brennstoffzellenfahrzeuge sein.

Während für private Kunden oder auch für Busse im Öffentlichen Personennahverkehr solche umweltfreundlichen Fahrzeuge bereits marktreif zur Verfügung stehen, gibt es für gewerbliche Anwendungen nur wenige Konzepte. Aus diesem Grund veranstalten das Fraunhofer IFF und die ABO Wind AG am 28.10.2016 in Barleben eine Informationsveranstaltung für Unternehmen aus Sachsen-Anhalt. Ihnen sollen die Chancen beschrieben werden, die Wasserstoff als Treibstoff in Brennstoffzellenfahrzeugen für den Einsatz in Gewerbebetrieben, Industrie und Intralogistik bietet.

Die Forschungseinrichtung möchte mit seinen Partnern in Gemeinschaftsprojekten wasserstoffbetriebene Fahrzeugflotten mit Transportern oder Gabelstaplern in Industrie- und Gewerbeparks aufbauen. ABO Wind soll hierfür nachhaltig erzeugten Wasserstoff aus erneuerbaren Energien zur Versorgung dieser Fahrzeugflotten zur Verfügung stellen.

Auf der Veranstaltung werden die Teilnehmer über Vorteile und Nutzungsvarianten von Wasserstoff für Fahrzeugantriebe, aktuelle Anbieter und verfügbare Technik informiert. Weiterhin erhalten sie Auskunft über Fördermöglichkeiten und potenzielle Einsatzszenarien in Industrie und Gewerbe.

Die Teilnehmer haben außerdem die Möglichkeit, vor Ort aktuelle Brennstoffzellen-Fahrzeuge live zu erleben. Neben aktuellen Fahrzeugmodellen wie Pkw und Kleintransporter wird auch ein mit Wasserstoff betriebener Gabelstapler und eine mobile Wasserstoff-Betankungseinrichtung vorgestellt. Erwartet werden etwa 60 teilnehmende Unternehmen aus der Region.

WAS
Workshop »Wasserstoff in der gewerblichen Mobilität und Intralogistik« im Rahmen des regionalen »Unternehmerfrühstücks«

Vorführung von wasserstoffbetriebenen Brennstoffzellen-Fahrzeugen

WANN
28.10.2016, 10.00 Uhr bis 12.00 Uhr

WO
Innovations- und Gründerzentrum Magdeburg (IGZ), Steinfeldstraße 3, Barleben

VERANSTALTER
Fraunhofer-Institut für Fabrikbetrieb und -automatisierung IFF, Magdeburg
ABO Wind AG, Wiesbaden

 

Brennstoffzellentechnik für Fahrzeuge

Fahrzeuge, die von Wasserstoff-Brennstoffzellen angetrieben werden, werden aus Sicht vieler Experten eine bedeutende Rolle in der Mobilität der Zukunft spielen. Bei wirtschaftlicher Produktion des Wasserstoffs gelten sie sogar als bessere Alternative zum Verbrennungsmotor als heutige rein batterieelektrische Antriebe. Denn Wasserstoff ist leicht herstellbar, die Elektrobatterien in den Brennstoffzellen-Fahrzeugen sind deutlich kleiner und gewichtsparender und ein Tankvorgang dauert, genau wie heute mit Verbrennungsmotor, nur wenige Minuten. Auch ihre Ökobilanz kann deutlich besser ausfallen als die herkömmlicher Antriebe. Denn neben der Emissionsfreiheit der Fahrzeuge soll der Wasserstoff vorzugsweise als Speicher für Erneuerbare Energien dienen. Mit dem Strom aus Sonne und Wind wird Wasser in Wasserstoff und Sauerstoff gespalten. Der Wasserstoff wird gespeichert und kann mittels Brennstoffzelle in den Fahrzeugen wieder in elektrische Energie zum Fahren umgewandelt werden. Doch der aus Sicht eines Autofahrers sicherlich größte Vorteil: Die Reichweite solcher Brennstoffzellenfahrzeuge ist mit 300 bis 600 km heute schon um ein Vielfaches höher als die der meisten rein batterieelektrisch betriebenen Fahrzeuge.

So gut wie alle Automobilhersteller haben bereits mit derartigen Brennstoffzellen betriebene Fahrzeuge im Portfolio oder arbeiten intensiv daran, diese in ihr Flottenangebot aufzunehmen.