Fraunhofer ISI

EnArgus-Portal für Transparenz in der Energieforschung

13.4.2017

Im Projekt EnArgus ist ein zentrales Informationssystem entstanden, das Politik, Projektträgern und der interessierten Öffentlichkeit einen zentralen Zugang zur Energieforschung in Deutschland ermöglicht. Bislang wurden rund 22.000 geförderte Forschungsvorhaben seit dem Jahr 1968 erfasst. Das EnArgus-Portal wird bei den Berliner Energietagen (3. bis 5. Mai 2017) vorgestellt.

Zwei erklärte Ziele des 6. Energieforschungsprogramms der Bundesregierung sind, staatliche Förderpolitik in der Energieforschung transparenter zu gestalten und die Bewertung von Technologieentwicklungen zu erleichtern. Vor diesem Hintergrund entwickelte ein Projektkonsortium unter Leitung des Fraunhofer-Instituts für Angewandte Informationstechnik FIT mit EnArgus ein zentrales Informationssystem für Energieforschungsvorhaben. Zusammen mit weiteren Partnern hat das Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung ISI zur inhaltlichen Erschließung vieler geförderter Forschungsvorhaben beigetragen, indem es seine energiewirtschaftliche Expertise in das Informationssystem eingebracht hat.

Das Portal bietet einen einheitlichen und zentralen Zugang zu Informationen über die Energieforschung in Deutschland. Projektkoordinator Dr. Leif Oppermann vom Fraunhofer FIT erklärt: „EnArgus verbindet die bestehenden Daten mittels einer eigens erstellten Fachontologie, die semi-automatisch aus über 2000 redaktionell erstellten Wiki-Texten abgeleitet wird. Die auf der Ontologie aufbauende semantische Suche ermöglicht eine treffsichere Recherche in großen Datenbanken von Fördervorhaben“. Dr. Simon Hirzel, Projektleiter am Fraunhofer ISI, ergänzt: „Eine der Herausforderungen war es, die Wiki-Texte zu den diversen Themen der Energieforschung so zu verfassen, dass sie sich sowohl über den Computer gut auswerten lassen als auch für Menschen verständlich und angenehm lesbar sind.“

Das Ergebnis der Zusammenarbeit der zehn beteiligten Institutionen ist ein Portal, das derzeit mehr als 22.000 Projekte aus der Energieforschung umfasst. Die Darstellung erfolgt rückwirkend ab Beginn der elektronischen Aktenführung, so dass Vorhaben ab 1968 recherchierbar sind. Die aufgelisteten Ergebnisse können nach Zeitraum, bewilligter Summe, Landesgrenzen und Zuwendungsgeber verfeinert und nach unterschiedlichen Kriterien sortiert werden. Außerdem können die Suchergebnisse in ein Diagramm oder eine interaktive Karte überführt werden. So lässt sich beispielsweise schnell herausfinden, in welchen Bundesländern oder Kreisen besonders viel zu einem bestimmten Energiethema geforscht wurde oder wird.

Neben dem öffentlichen Zugang stellt EnArgus einen internen, zugangsgeschützten Bereich für Ministerien und Projektträger bereit, der alle fachlichen Informationen zu den geförderten Vorhaben enthält, beispielsweise Antragsbeschreibungen oder Zwischen- und Abschlussberichte.

Zudem wurde das umfangreiche Fachwissen aus den Wiki-Texten in ein gedrucktes Fachlexikon überführt. Das über 1000-seitige „Energiekompendium“ wird wie auch das EnArgus-Portal bei den Berliner Energietagen vorgestellt.

Über EnArgus
EnArgus ist ein gemeinsames Projekt von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern aus der Energieforschung und der Informatik. Die Entwicklung des Portals wurde vom Bundeswirtschaftsministerium gefördert. Das EnArgus-Portal ist unter www.enargus.de erreichbar.

Projektpartner:

  • Fraunhofer-Institut für Angewandte Informationstechnik FIT
  • Fraunhofer-Institut für Kommunikation, Informationsverarbeitung und Ergonomie FKIE 
  • Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung ISI
  • Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik UMSICHT
  • OrbiTeam Software GmbH & Co. KG
  • Lehrstuhl Energiesysteme und Energiewirtschaft (LEE) der Ruhr-Universität Bochum
  • Institut für Wasserversorgung und Grundwasserschutz, Abwassertechnik, Abfalltechnik, Industrielle Stoffkreisläufe, Raum- und Infrastrukturplanung (IWAR) der Technischen Universität Darmstadt
  • Materialprüfungsanstalt Universität Stuttgart (MPA Stuttgart, Otto-Graf-Institut FMPA)
  • ZEDO Zentrum für Beratungssysteme in der Technik an der Technischen Universität Dortmund
  • Institut für Energie- und Klimaforschung – Systemforschung und Technologische Entwicklung des Forschungszentrums Jülich

Das Projektteam stellt das EnArgus-Portal auf den Berliner Energietagen vor, die vom 3. bis zum 5. Mai 2017 stattfinden. Am 3. Mai wird es von 17:30 bis 19:00 im Ludwig Erhard Haus hierzu eine kostenlose Informationsveranstaltung geben (Anmeldung unter www.energietage.de). Zusätzlich wird das Portal mit einem eigenen Informationsstand auf den Energietagen vertreten sein, an dem interessierte Besucher das System kennenlernen können.