Fraunhofer UMSICHT

Die Ostbayerische Technische Hochschule Amberg-Weiden und Fraunhofer UMSICHT bearbeiten Auftrag zur Konzipierung eines Projektverbunds für mehr Ressourceneffizienz in Bayern

5.12.2017

Die Ostbayerische Technische Hochschule Amberg-Weiden (OTH) und Fraunhofer UMSICHT, Institutsteil Sulzbach-Rosenberg, haben den Auftrag zur »Konzeption eines Projektverbundes für mehr Ressourceneffizienz in der bayerischen Wirtschaft« erhalten.

© Foto Fraunhofer UMSICHT

Arbeitstreffen der Projektpartner: v.l.n.r. Dipl.-Ing. Katharina Reh, Dr. Peter Hense (beide Fraunhofer UMSICHT), Prof. Dr. Mario Mocker und B.Eng. Johannes Neidel (beide OTH Amberg-Weiden); nicht im Bild Honorarprofessor Matthias Franke

Die Steigerung der bayerischen Ressourceneffizienz stellt eine wichtige gesellschaftliche Aufgabe dar. Durch eine ressourceneffiziente Gestaltung von Produktionsprozessen können Unternehmen die Abhängigkeit von Rohstoffimporten und die mit dem Rohstoffverbrauch verbundenen Umweltauswirkungen entscheidend verringern. Die betrieblichen Effizienzgewinne, die Anstrengungen der öffentlichen Hand und die Veränderungen im privaten Konsumverhalten tragen außerdem dazu bei, die auf Bundes- und Landesebene formulierten Nachhaltigkeitsziele in Bezug auf die Ressourceneffizienz zu erreichen.

Ziel des zu gestaltenden Projektverbundes ist es, Ressourceneffizienzmaßnahmen in der Bayerischen Wirtschaft schneller umsetzen zu können. Das gemeinsame Projekt um Prof. Dr. Mario Mocker (OTH Amberg-Weiden) und Hon. Prof. Dr. Matthias Franke (Fraunhofer UMSICHT) soll die Anforderungen und möglichen Hemmnisse der bayerischen Wirtschaft in diesem Themenfeld aufzeigen und den resultierenden Forschungsbedarf ermitteln.

Technische und wirtschaftliche Machbarkeit hat einen besonderen Stellenwert

Für das Projekt greifen die Partner auf die Ergebnisse des abgeschlossenen Projektverbundes »ForCYCLE – Rohstoffwende Bayern« zurück, welches durch das Bayerische Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz (StMUV) koordiniert und finanziert wurde. Im Projektverbund ForCYCLE wurden bereits Technologien entwickelt, die zwar zur Steigerung der Ressourceneffizienz beitragen können, jedoch aktuell noch nicht (großtechnisch) in der Praxis angewendet werden. »Die OTH Amberg-Weiden ist anwendungsorientiert ausgerichtet und mit Firmen, Verbänden und wissenschaftlichen Instituten sehr gut vernetzt. Zudem ist die Ressourceneffizienz ein wichtiger Bestandteil unserer Studieninhalte und regelmäßiges Thema von Projekt- und Abschlussarbeiten. Deshalb sind wir der Aufforderung des Umweltministeriums gerne nachgekommen, unsere Vorschläge zur Fortschreibung dieses erfolgreichen Projektverbundes einzureichen. Natürlich freut es uns sehr, dass wir auch den Zuschlag erhalten haben«, erläutert Prof. Dr. Mario Mocker.

Der geplante Projektverbund wird auf die Entwicklung marktfähiger Lösungen abzielen, die in der Praxis eingesetzt werden können. »Insbesondere die technische und wirtschaftliche Machbarkeit haben hierbei einen besonderen Stellenwert. Dafür beziehen wir Handwerks­betriebe sowie kleinere und mittlere Unternehmen in die Umsetzung der Maßnahme mit ein, um eine rasche Marktdurchdringung zu erreichen. Das Fraunhofer-Institut UMSICHT, Institutsteil Sulzbach-Rosenberg, hat langjährige Erfahrungen in der praxisnahen Forschung und Entwicklung sowie der Planung und Durchführung von Projekten von der Idee bis zur großtechnischen Umsetzung. Als Teil der führenden Organisation für angewandte Forschung und Entwicklung in Europa bringt UMSICHT diese Kompetenzen in das Projektkonsortium ein«, erklärt Hon. Prof. Dr. Matthias Franke. Die Konzeption des Projektverbundes für mehr Ressourceneffizienz in der bayerischen Wirtschaft wird vom Bayerischen Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz finanziert.

Projektablauf

Für das Projekt sind mehrere Arbeitsschritte geplant: So wurden kürzlich in einer Online-Umfrage in der bayerischen Wirtschaft Forschungsthemen und Anforderungen an Ressourceneffizienzmaßnahmen abgefragt. Auf verschiedenen Wegen, z.B. über die IHK oder den Umweltpakt Bayern, wurden die interessierten Unternehmen informiert und gebeten, an der Online-Umfrage teilzunehmen und somit zum Erfolg der Konzeption des Projektverbundes beizutragen. In Zusammenarbeit mit einem Expertenkreis, der sich aus Vertretern von Wirtschaftsverbänden, Wissenschaft und Behörden zusammensetzt, werden nun Schwerpunktthemen erarbeitet. Zu diesen ausgewählten Themen wird das Bayerische Umweltministerium voraussichtlich im kommenden Jahr einen größeren Forschungsverbund auf den Weg bringen.